Campervan: Was kostet der Ausbau zum Ferienmobil?

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Der DIY-Urlaubstraum

Dezember 10, 2020

Lesedauer: 0 Minuten

Sie möchten einen Van zu einem Ferienmobil umbauen? Dann sollten Sie zwei Dinge vorab wissen: Einen pauschalen Preis für den Umbau eines Vans werden Sie nicht festlegen können. Jeder Umbau ist anders und es hängt viel vom Fahrzeug und Ihren Wünschen ab. Außerdem werden Sie höchstwahrscheinlich mehr Geld für den Umbau Ihres Campervans ausgeben, als Sie jetzt planen. Wie bei den meisten Bauprojekten können Sie vorher nie genau einschätzen, was im Laufe des Ausbaus passiert und schiefgeht. Planen Sie Ihr Maximalbudget also so, dass Sie trotzdem noch einen Puffer von ein paar Hundert Euro haben.

Um Ihnen trotzdem grobe Leitplanken für die Planung Ihrer Kosten für den Umbau Ihres Vans zu geben, haben wir gängige Preisspannen zusammengestellt.

Selbst ausbauen oder vom Profi machen lassen?

  • Wenn Sie selbst handwerklich aktiv werden, wird Sie der Umbau zu einem verkehrstüchtigen Campervan wahrscheinlich zwischen 5.000 und 20.000 € kosten.
  • Lassen Sie Profis Ihren Van umbauen, können Sie mit 25.000 bis 50.000 € rechnen.

Der Gesamtpreis kommt immer darauf an, welche Technik und Ausstattung Sie sich vorstellen. Nach oben sind hier keine Grenzen gesetzt. Wenn Sie Ihren Van in ein Luxuswohnmobil umbauen möchten, können Sie problemlos auch einen sechsstelligen Betrag bezahlen.

Vor dem Umbau: Was ist wichtig?

Zuerst brauchen Sie natürlich ein Fahrzeug. Die meisten Campingfans kaufen einen gebrauchten Van und rüsten diesen dann auf. Planen Sie also die Anschaffungs- und ggf. Reparaturkosten zusätzlich zu den Kosten des Umbaus ein, wenn Sie aktuell noch keinen passenden Van besitzen. Hier schwanken die Preise nach Modell und Zustand des Wagens extrem. Gebrauchte Vans oder Transporter bekommen Sie auf Online-Autobörsen teilweise ab Preisen von etwa 3.000 €. Neue Kastenwagen kosten zwischen 20.000 und 40.000 € – je nach Marke und Modell.

Haben Sie ein passendes Auto müssen Sie sich entscheiden, wie luxuriös Ihr fertiger Campervan sein soll: Brauchen Sie eine Küche? Brauchen Sie Sanitäranlagen? Brauchen Sie eine Sitzgruppe? Wenn Sie mit Ihrem Camper auf Reisen gehen wollen, benötigen Sie auf jeden Fall eine Schlafgelegenheit.

Und auf deutschen Straßen natürlich essenziell: Ihr umgebautes Fahrzeug muss am Ende straßentüchtig sein und durch den TÜV kommen. Besonders relevant sind dann das Gewicht des fertigen Fahrzeugs und die Sicherung der Ladung. Hier sollten Sie den §22 StVO kennen: Alles, was Sie in Ihren Van bauen, muss so gesichert sein, dass es bei einer Vollbremsung nicht umfallen, verrutschen, umherrollen oder anderweitig durch die Gegend fliegen kann.

Sie glauben, dass Sie das alles schaffen und haben Lust auf ein langfristiges und vielleicht auch kostspieliges Projekt? Dann steht ihrem kleinen Zuhause auf vier Rädern nichts mehr im Weg!

Kosten für Möbel im Campervan

Planen Sie nur im Van zu schlafen und die meiste Zeit draußen zu verbringen oder stellen Sie sich auf kuschelige Abende an der Sitzecke ein? Die Möbel für Ihren Campervan müssen alle maßgeschneidert werden und können schnell viele Kosten verursachen. Überlegen Sie genau, was Sie benötigen. Um ein Bett, einen Tisch und mindestens einen Schrank kommen Sie aber wohl nicht herum. Auch hier sind jeweils nach oben keine Preisgrenzen gesetzt. Bereits bei der Matratze können Sie sich in Unkosten stürzen, wenn Sie wollen. Grob können Sie jedoch so schätzen:

  • Bett: ab 200 €
  • Tisch: ab 50 €
  • Schrank: ab 60 €
  • Sitzbank: ab 120 €

Kosten für den Campervan Innenausbau

Das Wichtigste ist der Umbau des Innenraums Ihres Fahrzeugs. Auch hier können Sie in sehr verschiedenen Preiskategorien spielen. Um Ihnen eine Vorstellung zu geben, listen wir für Sie grobe Orientierungspreise für die wichtigsten Maßnahmen beim Innenausbau auf:

  • Isolierung: 300 bis 500 €
    Die meisten Van-Handwerker benutzen hierfür "Amaflex". Der Preis hängt von der Größe Ihres Fahrzeugs ab.
  • Innenverkleidung: 200 bis 400 €
    Beliebt sind Dekorpaneele aus Holz und PVC-Bodenbelag
  • Elektronik: ab 1.000 €
    Wenn Sie Licht, Kühlschrank und Steckdosen auf Ihrer Reise benötigen, überlegen Sie sich, wo der Strom herkommt. Gängig sind Batterie und Solarzellen bzw- eine Kombination aus beidem. Kosten und Arbeitsaufwand für die Elektronik sind nicht zu unterschätzen!
  • Wasserversorgung: 400 bis 1500 €
    Reicht ein Waschbecken in der Küche mit kaltem Wasser aus dem Frischwasserbehälter oder brauchen Sie einen Warmwasserboiler für die Dusche? Je nach Ausprägung Ihrer Wasserversorgung können Sie hier sparen oder richtig viel Geld ausgeben.
  • Standheizung: 500 bis 800 €
    Viele Camper benutzen eine Dieselstandheizung. Diese gibt es in verschiedenen Ausführungen und Preisklassen. Wenn Sie es gerne warm und kuschelig in Ihrem Camper haben wollen, sollten Sie nicht auf eine Heizung verzichten.
  • Fenster: 300 bis 600 €
    Viele Vans und Kastenwägen haben im hinteren Bereich des Wagens keine oder wenige Fenster. Gängig beim Ausbau zum Campervan sind beispielsweise Dachluken. Zusätzliche Fenster an der Seite sorgen für eine bessere Durchlüftung und lassen Sie auch an regnerischen Tagen die Aussicht genießen.

Campervan Tipp Tisch:

Praktisch sind Tische, die sie zusammenklappen können. Installieren Sie biespielsweise einen Klapptisch an einer Wand – so sparen Sie Platz und können den Tisch während der Fahrt sicher verstauen.

Kosten für die Campingküche

Kühlschrank, Waschbecken, Gasherd, Arbeitsfläche, Fliesen, Mülleimer. Überlegen Sie, was Sie in Ihrer Campingküche unbedingt benötigen. Auch beim Bau der Küchenzeile können Sie viel Geld ausgeben. Wenn Sie nicht ganz rustikal mit einem Gaskocher vor dem Van kochen möchten, sollten sie mit dieser Preisspanne rechnen:

  • Eine selbstgebaute Campingküche kostet Sie etwa 500 bis 900 €.

Campervan Tipp Küche:

Es gibt praktische Spüle-Kocher-Kombinationen. Wenn Ihnen ein kleiner zweiflammiger Küchenbereich ausreicht, können Sie durch die Kombination Geld und Platz im Campingmobil sparen.

Kosten für Sanitär

Die wenigsten Vans haben Platz für ein vollausgestattetes Badezimmer. Aber eine Nottoilette an Board zu haben, ist für Reisende ein echter Vorteil. Überlegen Sie sich, wo Sie die Toilette verbauen möchten oder ob eine tragbare Variante Ihnen vielleicht mehr Freiheiten beim Reisen gibt. Mittlerweile gibt es schon sehr günstige Varianten, unterwegs die Toilette aufzusuchen.

  • Trenntoilette/Trockentoilette: 280 bis 700 €
  • Tragbare Campingtoilette mit Sanitärflüssigkeit: 50 bis 150 €

Campervan Tipp Toilette:

Wenn Sie nur wenig Platz im Camper haben, entscheiden Sie sich am besten für eine tragbare Campingtoilette. So können Sie in der Natur viele Orte zum Örtchen machen und Geld sowie Platz beim Umbau sparen.

TÜV Kosten: HU und AU

Ohne ordentliche Untersuchung dürfen Sie mit Ihrem Fahrzeug nicht auf deutschen Straßen unterwegs sein. Beim TÜV gilt die Regel: Je größer und schwerer das Fahrzeug, desto teurer wird die Untersuchung. Außerdem gibt es regionale Unterschiede.

Sie können bei einem Campervan, also einem schweren KfZ (3,5 bis 7,5 Tonnen), mit 120 bis 160 € rechnen. Dieser Preis beinhaltet Hauptuntersuchung HU und Abgasuntersuchung AU. Wenn Sie technische Änderungen am Fahrzeug vorgenommen haben, kann das extra kosten. Mehr Informationen zum TÜV erhalten Sie auf der Website des ADAC.

Gesamtrechnung Campervan Umbau

Mit dieser Tabelle behalten Sie den Überblick. Notieren Sie sich neben unseren groben Schätzungen Ihr geplantes Budget für die einzelnen Kostenpunkte – sowie Ihr geplantes Maximalbudget. Dann tragen Sie während des Umbaus die tatsächlichen Ausgaben ein. So bekommen Sie beim Umbau Ihres Campervans nicht irgendwann eine böse Überraschung. Machen Sie Ihren Traum vom unbeschwerten eigenständigen Reisen auch finanziell möglich!

Kostenstelle Schätzung Tatsächliche Ausgaben
Isolierung 400 €  
Innenverkleidung 300 €  
Elektronik 1500 €  
Wasserversorgung 950 €  
Standheizung 650 €  
Fenster 450 €  
Bett 200 €  
Tisch 50 €  
Schrank 60 €  
Sitzbank 120 €  
Küche 700 €  
Sanitär 200 €  
TÜV 140 €  
Sonstiges    
Gesamt 5720 €  

Finanztipp: Campingkosten mit regulären Urlaubskosten gegenrechnen

Letztendlich kommt beim Um- oder Ausbau zum Campingvan alles auf Ihre Vorstellungen und Ihren Geldbeutel an. Rechnen Sie doch mal aus, wie viel Sie im Jahr für Urlaub durchschnittlich ausgeben. Dann können Sie überlegen, wie viel Geld Sie davon sparen würden, wenn Sie einige Fernreisen durch einen Ausflug mit Ihrem neuen Camper ersetzen. Vielleicht lohnt sich eine Investition in einen Campingbus für Sie langfristig ja sogar! Santander wünscht einen reibungslosen Umbau und allseits gute Fahrt im eigenen Campervan.

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