Gaming PC und -Equipment

Beim Thema Gaming PC gibt es viele kostenintensive Faktoren sowie Wichtiges zu beachten. Wir beleuchten das Thema im folgenden Ratgeber.

Der ideale Gaming PC in DIY* oder als Komplettlösung

September 10, 2021

Lesedauer: 0 Minuten

Sie möchten einen Gaming PC selbst bauen oder einen komplett konfigurierten, spieletauglichen Computer kaufen? Dann sollten Sie zwei Dinge vorab wissen: Einen pauschalen Preis für „den idealen Gaming-PC“ gibt es nicht. Jeder Gamer und jede Gamerin hat andere Ansprüche, die natürlich auch dem Alter sowie den Budget-Möglichkeiten geschuldet sind.

Es hängt zudem viel von den Anforderungen der präferierten Spiele und den Wünschen des/der Einzelnen ab. Ebenso, wie viel sonstiges Equipment noch benötigt wird (z. B. Gaming-Stuhl). Wie bei den meisten größeren Projekten kann die Investitionssumme vorab nicht genau bestimmt werden. Daher sollte Ihr Maximalbudget so geplant werden, dass Sie noch einen Puffer von ein paar Hundert Euro haben.

Was ist eigentlich ein Gaming PC bzw. was unterscheidet ihn?

Moderne Spiele fallen in die Kategorie der herausforderndsten Software, die auf PCs läuft. Sie stellen sehr hohe Ansprüche an moderne Computerhardware, vor allem hinsichtlich Grafikkarte, CPU (Central Processing Unit, Hauptprozessor) und Leistungsaufnahme. Des Weiteren benötigen moderne Spiele sehr viel Festplatten- (HDD bzw. SSD) Speicherplatz und auch an das Kühlsystem wird aufgrund der hohen Leistungsaufnahme ein erweiterter Anspruch gestellt.

Ein normaler Büro- oder auch Heim-PC kommt mit einem Intel i3 Einstiegs-Prozessor dank integrierter Grafikeinheit (Integrated Graphics Processor, IGP) auch ohne separate Grafikkarte aus. Bei aktuellen Spielen sind die integrierten Grafikeinheiten moderner Prozessoren aber dennoch schnell überfordert und eine dedizierte GPU (Graphics Processing Unit) muss her. Für Gaming-Zwecke sollte es mindestens ein i5 oder i7 bzw. ein Ryzen 3 mit mind. 4, besser aber 6 Kernen (Cores) sein. Allgemein bekannt ist, dass erst eine separate Spiele-Grafikkarte die nötigen Leistungsreserven für detailreiche Spielewelten bringt.

Bei der heutigen Menge an Daten, die für die detailreichen Spiele unabdingbar sind, ist eine möglichst schnelle und große SSD ein Muss. Idealerweise achtet man zudem auf gute Aufrüstbar- und Zukunftsfähigkeit. Bei Mainboards, die bspw. die Zen-3-Prozessoren unterstützen, wird dies erst einmal sichergestellt sein, so dass man in ein paar Jahren gut aufrüsten kann.

Gaming PC selbst konfigurieren und zusammenbauen oder Komplettpaket von der Stange nehmen?

Der eigene Zusammenbau beinhaltet gleichzeitig mehrere Vor- und Nachteile. Ein großer Nachteil ist die geforderte Eigenständigkeit, alles Benötigte zu besorgen und die Komponenten so einzubauen, dass alles kompatibel ist und gut zusammenspielt. Der sich daraus erschließende Vorteil ist, dass man alles selbstständig steuern und die Komponenten gemäß eigener Wünsche wählen kann. Für den Zusammenbau wird dem „Bastler“ jedoch profundes Wissen abverlangt. Ein positiver Fakt: Wer derzeit einen Rechner selbst zusammenschraubt, bekommt viel Leistung für wenig Geld. Beispielsweise rasend schnelle NVMe-SSDs mit 1 TB Speicherplatz kosten inzwischen unter 100 Euro.

Komplettpaket:

Beim Komplettpaket spricht indes als größter Nachteil meist der Preis gegen eine Kaufentscheidung. Dafür sind jedoch alle Komponenten aufeinander abgestimmt sowie getestet und man braucht keine Hardware- oder Treiberprobleme befürchten. Man ist allerdings in der Komponenten- und z. B. Gehäuseauswahl stark oder komplett eingeschränkt.

Qual der Wahl: Gaming Laptop oder „ausgewachsener“ Gaming PC im Tower-Gewand?

Diese Frage ist nicht nur für LAN-Parties oder gemeinsames Zocken bei Freunden interessant. Gaming Laptops bieten prinzipbedingt die größte Transportierbarkeit und damit auch Flexibilität. Dafür sind sie jedoch bei Volllast, also beim Spielen, mangels großer Kühlungsmöglichkeiten wie beim Tower-Gehäuse sehr laut. Man muss sich hier in jedem Fall auf eine erhöhte Geräuschkulisse einstellen und ausgleichend in gute Kopfhörer/Headset investieren (siehe weiter unten). Daher sind die mobilen Grafikprozessoren den Desktopvarianten leistungsmäßig in schwankender Höhe unterlegen. Ein weiterer, sehr wichtiger Aspekt: Aufrüstmöglichkeiten begrenzen sich bei Laptops/Notebooks meist darauf, die SSD oder den Speicher (RAM) zu tauschen. CPU und gar Grafikkarte sind indes fest verbaut und daher ist ein Wechsel nicht möglich.

Der deutliche Vorteil ist, dass man nicht an einen festen Platz gebunden ist. Je nach Wunsch bzw. Bedarf kann das Spielen auch mal ins Wohnzimmer, auf die Couch oder eben zu Freunden verlagert werden. Mit dem Laptop verringert man auch im Vergleich zu einem PC den Platzbedarf sowie den unschönen Kabelsalat, da der Bildschirm bereits integriert ist. Beim Tower bzw. der Desktop-Gaming-Variante kann man dafür frei entscheiden, ob man eine Multi-Monitor-Lösung bevorzugt und diese dann in Kombination mit dem leistungsstarken PC evtl. auch im „Normalbetrieb“ als Arbeits-Computer bzw. leistungsfähige Workstation zum Grafikdesign o.Ä. verwendet. Dafür kann man den Laptop wiederum auch direkt mit zum Kunden nehmen und ihn nur abends als „Gelegenheits-Gaming-Maschine“ verwenden.

Qual der Wahl:

  • Laptops sind minimalistisch und bieten mehr Flexibilität.
  • Desktop- oder Tower-PCs bieten mehr Aufrüstmöglichkeiten und sind geräuscharmer.

Wie viel kostet es, einen Gaming PC zu kaufen?

Hier kommt es zuallererst auf die eigenen Ansprüche bzw. die Anforderungen der Games an, die man spielen möchte. Manch einfache Spiele für angehende „Zocker“ können auch mit Einsteiger-PCs gut gespielt werden und überfordern selbst diese nicht. Doch sobald es um die neuesten 3D-Shooter oder Blockbuster wie im aktuellen Jahr erschienene Autorenn-Simulationen geht, wird extrem potente Hardware benötigt, was als Folge den Anschaffungsaufwand und somit die Belastung des Geldbeutels erhöht.

Beispielrechnung und Bauvorschläge für einen Selbstbau-Einsteiger-Gaming PC mit Komponenten von AMD oder Intel

Komponente AMD Intel Preis AMD Preis Intel
Prozessor Ryzen 3 3100 Core i3-10100F 95 € 85 €
Mainboard Gigabyte B550M S2H Gigabyte H410M S2H 75 € 60 €
RAM 2 × 8GB DDR4-3200 2 × 8GB DDR4-2666 65 € 65 €
CPU-Kühler Noname oder Markengeräte 25 €
Grafikkarte Radeon RX 5500 XT 8 GB 205 €
SSD NVMe PCIe M.2 SSD 500GB 50 €
Gehäuse Mini Tower mit Glasfenster 40 €
Netzteil 400W ATX 2.4 40 €
Summe (inkl. Versandpauschale von 20 €) AMD: 595€ Intel: 570 €

Selbst mit knappem Budget kann man die meisten Spiele in Full-HD-Auflösung (1920×1080 Pixel) bei hoher Detailstufe bei ca. 65 und 80 fps (frames per second, Bilder pro Sekunde) ohne störende Ruckler spielen. Ein Bonus: Gerade Einsteiger-PCs bleiben dabei schön leise. Manche günstige Grafikkarten für Hobby-Gamer besitzen zusätzlich noch einen speziellen Quiet Mode- bzw. einen Quiet BIOS-Schalter.

Ein kleiner Wermutstropfen: Auf moderne, in Hardware beschleunigte Raytracing-Effekte muss man in dieser Preisklasse aber verzichten. Dafür ist das Preis-Leistungsverhältnis hier unschlagbar. Mit Test-Suites wie Cinebench, oder 3Dmark kann man die Performance seines selbst zusammengestellten Systems danach eingehend prüfen und mit Freund:innen vergleichen.

Wichtige Komponenten für einen Profi Gaming PC

Ist man kein Einsteiger mehr, geht es ans Eingemachte: Den Gaming PC zu finanzieren ist hier eine Option. Denn High-end Komponenten sind im Vergleich deutlich teurer als Einsteigergeräte. Wir gehen auf einige Punkte ein, die hier besonders zum Tragen kommen.

Flüssiges Gameplay

Leistungsfähige Prozessoren mit bis zu 16 CPU-Kernen sind zwar selbst für aufwendige 3D-Spiele eher selten „wirklich“ nötig. Jedoch nehmen vermehrt auch diese immer mehr Kerne in Anspruch, um noch flüssigeren Spielfluss zu ermöglichen. Ein guter Kompromiss aus Kosten und Performance ist ein Prozessor mit 6 Cores.

Gaming-GPUs

Wenn man ein modernes, hochauflösendes 4K-Display besitzt, möchte man entsprechend Spiele auch in der hohen 4K-Auflösung (Ultra-HD) oder zumindest in WQHD mit 2560×1440 Pixeln spielen, um eine scharfe Darstellung zu erreichen. Demzufolge muss auch die Grafikkarte mehr leisten und dürfte somit auch die teuerste Komponente im Profi-PC werden. Bonus: Integrierte Hardware-Decoder entlasten Prozessoren etwa auch beim modernen AV1-Codec.

Achtung: Was selbst für topaktuelle Oberklasse-Grafikkarten Probleme bereiten kann, sind mehrere High-end-Anforderungen auf einmal, bspw. Ultra-HD plus aktivierte Raytracing-Effekte oder besonders hohe Bildraten bei 4K-Auflösung. Hier können aktuell nur Tricks und Techniken wie Nvidias KI-basiertes DLSS (Deep Learning Super Sampling) auf RTX-Karten helfen. Hierbei wird die Render-Auflösung gesenkt und Rechenleistung eingespart. „Nebenher“ versucht ein neuronales Netzwerk, also eine KI (Künstliche Intelligenz), welches direkt auf sogenannten Tensor-Cores von modernen Grafikchips läuft, die verlorengegangenen Details für den Nutzer unbemerkt wieder zu rekonstruieren.

Flotte SSD, viel RAM

Der Arbeitsspeicherausbau sollte für professionelles oder hochambitioniertes Gaming ebenfalls nicht zu niedrig gewählt werden. 16 Gigabyte sind hier nicht mehr zeitgemäß, sondern stellen das Minimum bei der Speicherausstattung dar.

Da man bei einem entsprechend höherem Preis für den Profi-Ausbau auch eine Vollausstattung der sonstigen Komponenten erwarten darf, kann man hier aus dem Vollen schöpfen und darf USB-C- sowie USB 3.2 Gen 2- und 10 GBit/s LAN-Schnittstellen an Bord erwarten. Die verkabelte Variante des Internet-Zugangs sollte nach Möglichkeit auch genutzt werden, um etwaige Verzögerungen und Latenzen im WLAN auszuschließen.

Mit die wichtigste Komponente in Sachen Ladezeit ist eine schnelle SSD (Solid-State-Drive). Hier bieten sich eine oder mehrere NVMe-SSDs mit TLC-NAND-Flash (Triple-Level Cell) an, die auch die umfangreichsten Spiele schnell von der „Platte“ in den Speicher schaufeln können und das System nicht durch veraltete (Magnet-)Festplattentechnik ausbremsen. Zudem sollte sie gleich möglichst groß gewählt werden, da moderne Spiele mit über 60 GB zu Buche schlagen können und bspw. eine 512 GB SSD somit sehr schnell an die Grenzen gerät. Zur Not kann man auch 2x 1 GB SSDs einbauen, wenn das Mainboard dies zulässt. Hier muss man dann nur darauf achten, bei jedem zweiten Spiel alternierend mal die eine und mal die andere SSD als Installationsziel zu wählen.

Performance und Lautstärke

Um der hohen Leistung und dem vermehrten Stromverbrauch auch gerecht zu werden, muss die anfallende Abwärme entsprechend abgeführt werden, wofür sich eine Wasserkühlung in den meisten Geräten etabliert hat. Ansonsten besteht die Gefahr, im Lüfterlärm unterzugehen.

Beim Gehäuse werden meist Varianten mit Seitenfenster gewählt, die auch etwas für die Optik bieten, indem sie farbenfrohes Lichtspiel in Form von (A)RGB-Streifen (sofern vom Mainboard unterstützt) nach außen strahlen.

Wichtig: Nebenkosten nicht vergessen

Wenn die Basis feststeht, sollte man bei einer kompletten Neuanschaffung in Sachen Gaming auch erwägen, in unterstützendes Zubehör zu investieren. Hierbei sind primär folgende Dinge zu nennen:

Schneller Monitor (1 ms Schaltzeit):

Bei den Displays gibt es verschiedene Techniken, um ideal mit Grafikkarten und modernen Spielen zu harmonieren: FreeSync (AMD), G-Sync (Nvidia) und die Basistechnik Adaptive Sync (VESA-Standard) – hier muss man ganz genau darauf achten, welche Kombination die richtige für die eigene Hardware bzw. Grafikkarte ist. Diese Techniken sollen verhindern, dass einzelne Bilder „zerreißen“, wenn die Grafikkarte gerade nicht mit dem Rendern von Bildern hinterherkommt und dem Monitor mitten im Rendering-Prozess schon ein neues Bild schickt.

Headset:

Ein guter, angenehmer Kopfhörer, am besten mit Mikrofon (Headset) und integrierter Mute-Taste, ist gerade für längere Sessions essenziell.

Schreibtisch:

Ergonomische Schreibtische mit entsprechenden Stau- bzw. Abstellfächern für Tower-PCs, eventuell sogar schon mit integrierter Beleuchtung, sind ebenfalls anzuraten, damit man das Gaming-Erlebnis ohne Störfaktoren erleben kann. Wenn man in Zukunft vorhat, seinen Spielfortschritt live zu streamen, kann man nach einem speziellen Modell Ausschau halten, welche schon eine Ringlampen-Halterung für den Bereich hinter dem Monitor vorbereitet hat.

Gaming-Stuhl:

Auch ein bequemer Stuhl sollte nicht fehlen, hier gibt es Modelle ab ca. 50 Euro. Eine Obergrenze gibt es hier nicht wirklich. Man sollte auf jeden Fall nach Möglichkeit einmal probesitzen und sich dann entscheiden.

Gaming-Maus:

Der große Vorteil von spezialisierten Gaming-Mäusen ist oftmals das auf den persönlichen Geschmack anpassbare Gewicht, indem man zum Innenleben der Maus kleinere Gewichte hinzufügen oder entnehmen kann. Des Weiteren können viele Gaming-Mäuse die Auflösung (dpi) mit einer separaten Taste schnell umstellen, was für kurzzeitiges, genaueres Zielen von Vorteil sein kann. Manche Mäuse können auch mit zusätzlichen Tasten aufwarten, auf denen man einige Spiel-spezifische Funktionen ablegen und jederzeit schnell abrufen kann. Ob man bei diesem Thema auf Funk oder Kabel setzt, bleibt einem natürlich selbst überlassen. Doch man sollte im Hinterkopf behalten, dass Batterie oder Akku während einer längeren Session im ungünstigsten Moment schlapp machen könnten und die Latenz bei Funkmäusen kritisch zu betrachten ist.

Gaming-Tastatur:

Ein Gaming-Keyboard empfiehlt sich mit Makro-Tasten und Hardware-seitig sehr geringer Anschlagverzögerung / Reaktionszeit sowie angenehmem Widerstand in den Tasten. Gerade bei den schnellen Reaktionszeiten in modernen Games (z. B. Ego-Shooter), sind das Eigenschaften, die einen gewissen Vorteil verschaffen können. Auf Wunsch gibt es viele dieser Keyboards auch mit physischen Klicks in den Schaltern unter den Tasten. Somit hat man nicht nur haptisches Feedback, dass eine Taste auch wirklich ausgelöst hat.

Wichtigste Kostenfaktoren des Gamer-Budgets

Die Haupt-Kostenfaktoren bei Gaming-PCs sind die Grafikkarte, die CPU sowie – bei Neueinsteigern – das gesamte Drumherum wie Schreibtisch, Gaming-Stuhl etc.

An der Beispiel-Einkaufsliste für einen Selbstbau-Einsteiger-Gaming PC sieht man, wie schnell das Thema Gaming ein Loch in die Portokasse schneiden kann. Deshalb gibt es die Möglichkeit des Gaming PC Ratenkaufs. Hier kommt einem dann auch zugute, dass man gleich in neuere und potentere Hardware investieren kann und somit länger auf der sicheren Seite in Sachen Spielbarkeit von kommenden Spielen ist. Denn man zahlt ja eine größere Investition monatlich mit geringer Rate ab, belastet die Portokasse also nicht so stark mit einem einmaligen, großen Betrag.

Fazit

Abschließend bleibt zu erwähnen, dass man sich über entsprechende Gaming- oder Hardware-Test-Seiten sowie auf YouTube mit Videos zum Thema Kaufberatung und Komponenten-Auswahl weiter beraten lassen kann. Diese sind u.a. spezialisiert auf den Vergleich von aktuellen Grafikkarten sowie Gaming-Komponenten und können zu einer schnelleren Entscheidung führen.

Aus finanzplanerischer Sicht ist im Voraus in Abhängigkeit der eigenen Bedürfnisse und bestehender Möglichkeiten abzuwägen, ob man nicht gleich etwas mehr Geld ausgibt, um langfristig mehr von der neuen Anschaffung zu haben.

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